Tiny House 
- © Shutterstock

Tiny House

| © Shutterstock

Tiny House dauerhaft mieten – Vorteile & Tipps

Ein Tiny House dauerhaft mieten – das klingt für den ein oder anderen mehr als verlockend. Minimalismus ist zu einem regelrechten Lifestyle-Trend geworden, der auch vor der Immobilienwelt keinen Halt macht. Das Leben auf wenigen Quadratmetern scheint heute für viele Menschen sogar ein größerer Lebenstraum zu sein als das Eigenheim mit Garten, Dachboden und Partykeller. Ausschlaggebend ist laut Studien der allgegenwärtige Wunsch nach Entschleunigung und einem einfacheren Leben. Ein minimalistisches Zuhause, wie es im Tiny House gestaltet werden kann, ist die Antwort. Doch nicht immer kommt ein Kauf infrage. Für wen es Sinn ergibt, ein Tiny House dauerhaft zu mieten, ob und wie das geht und viele weitere Fragen zum Thema klärt unser Ratgeber.

Leben im Tiny House – die Vorteile in Kürze

Natürlich hat das Leben im Tiny House nicht nur Vorteile. Der Platzmangel kann Probleme bereiten – selbst, wenn man sich auf den nötigsten Besitz beschränkt. Leben mehrere Personen im Tiny House, kann es vor allem im Winter zu einem regelrechten Lagerkoller kommen, da es an Rückzugsorten fehlt. Wer sich von diesen Aspekten jedoch nicht abschrecken lässt, der profitiert mit einem Tiny House von den folgenden drei Hauptvorteilen.

Minimalismus für einen leichten Alltag

Besitz belastet – davon sind viele überzeugt. Ein Leben im Tiny House zwingt zum Verzicht und kann entlasten. Wer sich etwa in Bezug auf die Garderobe und Luxusgüter einschränkt, besinnt sich auf das Wesentliche und führt wortwörtlich und sinnbildlich gesprochen ein leichteres Leben. Minimalismus ist aber nicht für Jedermann. Wer sich unsicher ist, kann ein Tiny House vorerst auch nur mieten und testen, wie gut der begrenzte Lebensstil zu einem passt. So gibt es kein böses Erwachen und ein Kauf kann später immer noch in Erwägung gezogen werden.

Mobil mit einem Tiny House auf Rädern

Ein Tiny House dauerhaft zu bewohnen, bedeutet auch dauerhaft mobil zu bleiben. Viele Modelle eignen sich nämlich zum Transport auf einem Anhänger. Einem schnellen Umzug steht somit nichts im Wege, genauso wenig wie einem spontanen Urlaub auf dem Campingplatz. Über die Konditionen in Bezug auf die Mobilität des Häuschens müssen Sie als Mieter jedoch selbstverständlich mit dem Eigentümer sprechen.

Umweltfreundlicher leben

Je kleiner das Haus, desto geringer sein Energiebedarf. Noch dazu fallen für ein Tiny House viel geringere Mengen an Baumaterialien an als für andere Wohnobjekte. Viele sind überdies mit Komposttoilette und Solaranlage ausgestattet. Letztlich macht aber auch der Lebensstil, zu dem ein Tiny House anregt, das minimalistische Wohnen umweltfreundlich. Denn wenig Platz bedeutet meist auch wenig Konsum.

Pachten vs. Mieten

Wird von einem Pachtvertrag gesprochen, geht es darin üblicherweise um ein Pachtgrundstück bzw. einen Stellplatz. Dort können Sie ein eigenes Tiny House platzieren und dauerhaft bewohnen. Wer kein Tiny House besitzt, keines kaufen, aber stattdessen eins mieten möchte, wird alternativ bei kommerziellen Anbietern im Netz oder über Angebote von Privatleuten fündig. Oft geht es dabei jedoch um einen festgelegten Zeitraum, seltener um eine langfristige Miete, für die ein individueller Mietvertrag abgeschlossen wird. Einzig eine Handvoll Start-ups – gerade rund um boomende Großstädte wie Berlin und Köln – bieten Tiny Houses inzwischen auch vermehrt regulär zur Miete an. Sie pachten die Grundstücke für ihre Minihäuser von Grundbesitzern oder Landwirten und dürfen damit somit Umsatz erwirtschaften.

Nebenkosten im Tiny House

Bauen oder kaufen Sie ein Tiny House, fallen so einige Nebenkosten an, die vielen oft nicht auf Anhieb bewusst sind. Neben der Grundsteuer zählen diverse Versicherungen (Grundbesitzerhaftpflicht, Wohngebäudeversicherung, ggf. Elementarschadenversicherung usw.) sowie die Müll-, Abwasser- und Trinkwassergebühr dazu. Die Betriebskosten für Strom und Heizung fallen im Tiny House jedoch meist recht gering aus. Entscheiden Sie sich dazu, ein Tiny House zu mieten, fällt selbstverständlich nur ein Teil der hier genannten Nebenkosten auf Sie ab. Das sind primär die verbrauchsabhängigen Zahlungen für Strom, Warmwasser und Heizung sowie Betriebskosten, die der Vermieter auf Sie als Mieter umlegt (Müllgebühren, Instandhaltungskosten u. ä.). Mieten Sie ein Tiny House für einen festgelegten Zeitraum über eine Online-Plattform, sind die Nebenkosten meist schon im Mietpreis enthalten und werden nicht separat abgerechnet.

Tipps für die Suche nach einem Tiny House zur Miete

Obwohl der Trend so allgegenwärtig scheint, gestaltet sich die Suche nach einem Tiny House zur längerfristigen Miete oft noch schwierig. Viele Angebote im Netz drehen sich um den Kauf oder Bau eines eigenen Minihauses – zur Miete werden nur wenige angeboten. Fast alle davon ausschließlich für einen festgelegten Zeitraum.

Wer sich davon nicht abschrecken lässt, kann sich auf Plattformen wie AirBnB, Ebay Kleinanzeigen und Raus umschauen. Für die Google-Suche nach einem passenden Mietobjekt empfehlen sich außerdem alternative Suchbegriffe:

• Cabins

• Minihaus

• Glamping

Sollten Sie sich doch für den Kauf eines Tiny House entscheiden, finden sich passende Stellplätze oder Grundstücke übrigens in sogenannten Tiny-House-Siedlungen. Davon gibt es bereits mehrere in NRW – unter anderem in Warendorf und Dortmund.

Allgemeine Fragen rund ums Tiny House

Sie interessieren sich für ein minimalistisches Leben im Tiny House, beginnen aber gerade erst mit der Recherche? Die häufigsten Fragen zum Thema haben wir hier für Sie gesammelt.

Wie groß ist ein Tiny House?

Von einem Tiny House spricht man, wenn das Wohnobjekt eine Gesamtwohnfläche von 50 Quadratmetern nicht überschreitet und maximal vier Meter hoch ist. Geht es um ein mobiles Tiny House auf Rädern, darf es außerdem inklusive Fahruntersatz nicht schwerer sein als 3,5 Tonnen.

Wie lange hält ein Tiny House?

Wird ein Tiny House fachgerecht geplant und aufgebaut, hält es sich viele Jahre. Es kann ganzjährig bewohnt werden und ist in der Regel sturm- und winterfest. Je nach Baumaterial kann sich die Haltbarkeit unterscheiden – doch selbst aus Pappe und Holz, wie von einem niederländischen Hersteller angeboten, bleibt ein Tiny House für bis zu 50 Jahre bewohnbar. Wie in jeder anderen Wohnimmobilie auch fallen gegebenenfalls aber regelmäßig Reparaturen an.

Wie groß muss ein Grundstück für ein Tiny House sein?

Das Grundstück für Ihr Tiny House muss nach BauNVO (Verordnung über die bauliche Nutzung von Grundstücken) für das Wohnen zugelassen und erschlossen sein. Auf einem Stellplatz (z. B. auf einem Campingplatz) darf das Tiny House selbst 50 Quadratmeter nicht überschreiten. Wird es auf einem Baugrundstück platziert, gelten weitere Vorschriften. Das Minihaus muss etwa den Mindestabschnitt zum Grundstücksrand und zu möglichen Nachbarn einhalten.