So entlüften Sie die Heizung richtig 
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So entlüften Sie die Heizung richtig

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So entlüften Sie die Heizung richtig

Es gluckert in der Heizung? Sie wird nicht richtig warm? Wir erklären, wann die Heizung entlüftet werden muss und wie es funktioniert.

Warum muss man die Heizung entlüften?


 Wenn die kühle Jahreszeit beginnt, sollte die Heizung fit für den Winter gemacht werden. Oftmals sind zu Beginn der Heizperiode gluckernde Geräusche in den Heizkörpern zu hören. Der Grund dafür ist zumeist Luft in der Heizung. Dies hat zur Folge, dass sich Heizkörper nicht richtig erwärmen können und Heizkosten steigen. Weiterhin können die Leitungen der Heizung durch den Sauerstoff angegriffen werden, was langfristig gesehen eine Erneuerung notwendig machen kann.


Befindet sich Luft in der Heizung beziehungsweise in den Heizkörpern, ist das in jedem Fall ein Problem, das Hauseigentümer oder Wohnungsbesitzer beheben sollten. „Luft überträgt die Wärme deutlich schlechter als Wasser“, erklärt Gregor Hoffmann, technischer Referent des Fachverbands Sanitär Heizung Klima Nordrhein-Westfalen. „Daher muss mehr Heizenergie aufgewendet werden, um die gewünschte Temperatur im Raum zu erreichen.“ Das führt zu höheren Heizkosten. Darüber hinaus sind in der Luft im Heizkörper auch Bestandteile, die eine Korrosion verursachen können. Dazu zählt beispielsweise der Sauerstoff. In Verbindung mit eisernen oder stählernen Heizungsrohren oder Heizkörpern kann es zu Rostbildung kommen, der sich durch weitere Prozesse in Magnetit umwandeln kann. Lagert sich dieser Stoff in Pumpen oder Ventilen ab, kann es im schlimmsten Fall zum Betriebsausfall der Heizung kommen. „Das bedeutet also, dass durch Luft in den Heizkörpern auch die Gefahr von Schäden in der Heizungsanlage steigt“, warnt Gregor Hoffmann. „Diese Erkenntnisse und somit auch die Entlüftung der Heizkörper trifft auf alle Warmwasser-Heizungen zu.“

Wann sollte man seine Heizung entlüften?

In der Regel kann jeder seine Heizung selbst auf die Wintersaison vorbereiten. „Grundsätzlich sollte zu Beginn der Heizperiode geschaut werden, ob entlüftet werden muss“, rät Gregor Hoffmann vom Fachverband Sanitär Heizung Klima Nordrhein-Westfalen. „Ob die Heizung dann wirklich entlüftet werden muss, kann pauschal nicht gesagt werden. Dies hängt von zu vielen Faktoren ab, die nicht immer erkennbar oder absehbar sind.“ Grundsätzlich gibt es zwei sehr deutliche Anzeichen, die ein Entlüften der Heizung notwendig machen. Wird ein Heizkörper nur stellenweise warm und das auch in dem Fall, wenn der Thermostatkopf auf die höchste Stufe gestellt wurde, sollte die Heizung entlüftet werden. Auch wenn ein Plätschern – fast wie bei einem kleinen Bach – im Heizkörper zu hören ist, spricht das für eine Entlüftung. „Sollte dies allerdings mehr als einen Heizkörper betreffen und sich eventuell sogar mehrfach wiederholen, sollte dringend ein Heizungsfachbetrieb mit der Inspektion der Heizungsanlage beauftragt werden“, betont Gregor Hoffmann. Es besteht die Gefahr, dass mit der Heizung etwas nicht in Ordnung ist.

Wie lange dauert es, bis ein Heizkörper entlüftet ist?

Wenn es lediglich darum geht, einen einzelnen Heizkörper zu entlüften, ist das eine Sache von Minuten. Die vollständige Überprüfung aller Heizkörper in der Wohnung oder im Haus ist abhängig von der Anzahl der Heizkörper entsprechend aufwendiger.

Was braucht man, um die Heizung zu entlüften?

Grundsätzlich ist nicht viel Werkzeug notwendig, um die Heizung zu entlüften. In der Regel reicht ein sogenannter Entlüftungsschlüssel aus. Bei einigen Heizungsmodellen lassen sich die Lüftungsventile jedoch auch vollständig ohne Werkzeug öffnen.

Heizung entlüften: Eine Anleitung

  • Bevor der Heizkörper entlüftet werden kann, sollten einige Tipps berücksichtigt werden. „Vor dem Entlüften sollte man den Heizkessel beziehungsweise die Brennwerttherme ausschalten“, rät der Experte. „Weiterhin darf die Heizungspumpe nicht laufen.“ Diese fördert das warme Wasser zu den einzelnen Heizkörpern.
  • Jetzt wird der Thermostatkopf am betreffenden Heizkörper auf höchste Stufe gestellt. „Zusammen mit einem Lappen und einem kleinen Gefäß zum Auffangen von Flüssigkeit kann jetzt der zuvor erwähnte Entlüftungsschlüssel an der Lüftungsöffnung des Heizkörpers aufgesetzt werden“, erklärt Gregor Hoffmann den Vorgang. Zum Öffnen der Entlüftung dreht man den Entlüftungsschlüssel links herum. Dies sollte langsam vollzogen werden. Sobald ein Zischen zu hören ist, wird die Heizung entlüftet.
  • Wenn die Luft aus dem Heizkörper entwichen ist, kommt Wasser aus dem Entlüftungsventil. „Dieses fängt man mit einem Lappen und einem kleinen Gefäß auf“, erklärt der Profi. „Kommt Wasser heraus, wird der Entlüftungsschlüssel rechts herum gedreht und die Öffnung wieder verschlossen. Der Heizkörper ist nun entlüftet.“
  • Nach diesem Prozess wird der Thermostatkopf des Heizkörpers wieder auf die gewünschte Stellung gedreht. Sollen gleich mehrere Heizkörper entlüftet werden, sollte man mit dem beginnen, der sich am nächsten an der Heizanlage befindet und sich anschließend weiter von der Heizquelle wegarbeiten.
  • Sind alle gewünschten Heizkörper entlüftet, können der Heizkessel beziehungsweise die Brennwerttherme wieder angestellt werden. Nun sollten die entlüfteten Heizkörper wieder vollständig warm werden und keine Energie aufgrund enthaltener Luft verschwendet werden.
  • Nach dem Entlüften der Heizung sollte zudem der Wasserdruck im Heizkreislauf überprüft werden. Je nachdem, wie viel Luft und Wasser beim Entlüften entweichen konnten, könnte der Wasserdruck zu niedrig sein. Dann sollte entsprechend Wasser in die Heizung nachgefüllt werden. Hilfreich ist auch, nach einigen Stunden die betreffenden Heizkörper noch einmal daraufhin zu überprüfen, ob sie geräuschlos laufen und gleichmäßig warm werden. Ist dies nicht der Fall, sollte ein Heizungsinstallateur die Anlage prüfen.