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Kommunalpolitik in Düsseldorf
Autor: Marc Ingel -

Mehr Wohnraum für Neubürger im Bezirk 7

Aber auch die mehr als unbefriedigende Situation für Jugendliche in Gerresheim wird die Politik in diesem Jahr beschäftigen. Außerdem gibt es in der Kultur Nachholbedarf.

Der Stadtbezirk 7 ist im Wachstum begriffen. In Gerresheim gibt es gleich mehrere Wohnprojekte, die bereits fertig oder zumindest weitgehend abgeschlossen sind (Quellenbusch, „Hey“, Bunker) sowie solche, deren Planung festgezurrt sind (Zauberberg, Hagener Straße). Und dann ist da natürlich noch das Glasmacherviertel, ein Dauerbrenner in jeder Jahresvorschau, da der Start immer wieder verschoben wird. Darüber hinaus beschäftigen weitere Bauvorhaben wie der Park Ludenberg oder die Bergische Kaserne Politik und Verwaltung. Kein Wunder also, dass die Parteien hier einen Schwerpunkt für das Jahr 2022 sehen.

„Ein Start erster Baumaßnahmen beim Glasmacherviertel zum Jahreswechsel 2023 rückt in greifbare Nähe“, gibt Martin Klein (CDU) die Hoffnung nicht auf. Bereits jetzt gehe es mit dem gleichen Investor an der Ernst-Poensgen-Allee 5 beim Zauberberg los. „Die Bagger sind da, und es werden 85 neue Wohnungen entstehen. Die Nähe zum Naturdenkmal des Grafenberger Waldes und des Weyhe-Parks muss dabei besonders geregelt werden“, warnt Klein.

Andre Kiel (FDP) lenkt den Blick auf das Bauprojekt Park Ludenberg. „In diesem Zusammenhang und im Hinblick auf ein künftiges Vorhaben Bergische Kaserne wollen und müssen wir das Thema Verkehrskonzept B7/Bergische Landstraße/Ludenberger Straße erneut auf die Tagesordnung setzen und uns damit auseinandersetzen“, sagt er. Hier sei es aus seiner Sicht wichtig, dass man nicht erst mit einer Verkehrsplanung beginne, wenn die Bereiche schon fertig bebaut sind. Beim Zauberberg, „dem Ghetto für Reiche an der Ernst-Poensgen-Allee“, gebe es wahrscheinlich nichts mehr zu retten, somit zeigt sich die Linke Petra Müller Gehl um so kämpferischer beim Park Ludenberg an der Blanckertzstraße: „Es liegt eine gute Vorlage auf dem Tisch, die ökologisches Bauen, Beieinander von verschiedenen Wohnformen und Einpassung in die Umgebung verbindet.“ Nicht zufriedenstellend sei jedoch das Problem der Verkehrsanbindung gelöst.

Thors Haedecke (SPD) hat die lokale Kunst- und Musikszene im Fokus. „Sie leidet stark unter den notwendigen Corona-Maßnahmen, und es ist unsere Aufgabe, nach Ende der einschränkenden Hygiene-Maßnahmen einen Neustart für alle Künstler im Stadtteil zu organisieren – eventuell mit einem Festival auf der Rennbahn oder am Staufenplatz.“ Neben der Unterstützung der Kulturschaffenden müsse man jedoch auch die Vereine und Initiativen im Auge behalten, die ebenfalls durch Corona gebeutelt sind.

Für die Grüne Eva Mörger hat etwas anderes höchste Priorität: „Wir brauchen dringend Projekte für Jugendliche. Sie benötigen einen Treffpunkt und Flächen, auf denen sie aktiv sein können. Es ist ein Trauerspiel, wie im Bezirk 7 mit den jungen Leuten umgegangen wird: Sie kommen schlicht nicht vor“, nennt sie Sportflächen, eine Pumptrack-Anlage oder eine Wall of Frame als Optionen, die zur Abhilfe beitragen könnten. Hier setzt auch Haedecke an: „Es ist für alle offensichtlich, dass Jugendliche Treffpunkte, eventuell durch Sozialarbeit oder Quartiersmanagement begleitet, benötigen.“ Die SPD sei dabei nicht der Auffassung, dass sie an den geografischen Rand gedrängt werden sollten. „Wir müssen für und mit ihnen Möglichkeiten im Zentrum organisieren.“

Und was gibt es noch? Klein erinnert an den CDU-Vorschlag anlässlich des 100. Geburtstags von Max Kratz, die in Bronze abgegossene Arbeit „Sonnenanbeterin“ im Ostpark aufzustellen. „Die Enthüllung der Skulptur im denkmalgeschützten Ostpark im Sommer 2022 wäre großartig und ein künftiges kulturelles Highlight in Grafenberg.“ Und: Die offenen Bücherschränke in den Stadtteilen würden sich sich zur Erfolgsstory entwickeln. Gerne angenommenen von Bürgern aus Grafenberg und Gerresheim würden sich nun auch die Knittkuhler einen Bücherschrank wünschen.

Für Kiel ist es prinzipiell wichtig, „dass wir vernünftige Politik für die Menschen im Bezirk machen. Dazu gehört auch, dass wir nicht an der Realität der Menschen vorbei planen und Dinge aus rein ideologischen Gründen beschließen.“

Müller-Gehl wünscht sich beim ÖPNV eine engere Taktung der Verbindungen und eine bessere Anbindung für die östlichen Stadtteile – Ludenberg, Knittkuhl, irgendwann auch Bergische Kaserne. „Wir müssen in diesem Zusammenhang die Seilbahn als umweltfreundliches Verkehrsmittel stärker ins Spiel bringen.“

Mörger wiederum bringt noch die Heyestraße ins Spiel: „Hier sollte das Bauprojekt Unfallkasse rasch vorangebracht werden. Und eine Belebung des Roten Platzes und des Platzes vor der Unfallkasse würde die Aufenthaltsqualität verbessern.“ Ihr würde sehr gefallen, wenn das äußere Erscheinungsbild der Heyestraße durch Händler und Anwohner verschönert würde – zum Beispiel durch Neuanstrich der Hausfassaden und attraktive Bepflanzung der Baumscheiben.