Rohbau Einfamilienhaus 
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Rohbau Einfamilienhaus

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"Das darf in einem ordentlichen Staat nicht passieren"

Knapp 50.000 Bauvorhaben von Wegfall der KfW-Förderung betroffen

Vom Wegfall der KfW-Effizienzhaus-Förderung sind einer Schätzung zufolge etwa 50.000 Bauvorhaben direkt betroffen. Das geht aus einer Analyse des Empirica-Institutes hervor. Die Bauherren werden nun neu planen müssen.

"Grob geschätzt 50.000 Häuser und Wohnungen" seien betroffen, sagte Harald Simons, Vorstand des Empirica-Instituts, der "Welt" (Mittwochsausgabe). Für die Schätzung analysierte er Bauantragszahlen von Neubauvorhaben. Simons geht davon aus, dass von gut 100.000 geplanten Bauvorhaben im relevanten Zeitrahmen von Ende November bis etwa Mai knapp die Hälfte von der Förderung profitiert hätten.

"Diese Vorhaben müssen nun neu geplant und neu beantragt werden, viele Bauherren werden zudem abwarten, welche Anschluss-Maßnahme vielleicht noch kommt", sagte Simons der Zeitung. Er rechnete mit erheblichen Verzögerungen von bis zu einem Jahr. "Das ist die logische Konsequenz aus dem Habeck-Schock", sagte Simons weiter. "Ich finde es unglaublich, dass die neue Bundesregierung einmal gegebene Zusagen über die Dauer der Förderprogramme einfach so einkassiert. Das darf in einem ordentlichen Staat nicht passieren."

Die Bundesregierung hatte am Montag überraschend mitgeteilt, dass die derzeitige Förderung der staatlichen KfW für energieeffiziente Gebäude mit sofortiger Wirkung gestoppt werde. Grund sei das im November 2021 noch von der Vorgängerregierung für Ende Januar angekündigte Ende der Neubauförderung nach dem KfW-Effizienzstandard EH55.

Die Ankündigung habe zu einem regelrechten Ansturm auf die Förderung geführt, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium von Robert Habeck (Grüne). Die im Rahmen der noch vorläufigen Haushaltsführung für die Förderprogramme zur Verfügung stehenden Mittel seien bereits jetzt ausgeschöpft.

Auch das Förderprogramm für den höheren Standard EH40 und energetische Sanierungen sind von dem Stopp betroffen. Antragsteller, die bisher noch keine Rückmeldung erhalten haben, können nur hoffen: Die derzeit zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel reichten für die noch nicht beschiedenen Anträge nicht aus, erklärte das Wirtschaftsministerium.