Mietvertrag 
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Wohnen in Düsseldorf
Autor: Tino Hermanns -

„Es gibt ein Recht auf Wohnen“

Das „Bündnis für bezahlbaren Wohnraum“ lud zu einer Mieter-Veranstaltung ins Kulturzentrum Zakk. Die Teilnehmer wollen sich gegen Luxussanierungen und Zweckentfremdungen wehren.

Das „Bündnis für bezahlbaren Wohnraum“ zeigte seine zentrale Botschaft auf der Leinwand im Kulturzentrum Zakk: „Es gibt ein Recht auf Wohnen, aber kein Recht auf Rendite! Wohnen ist keine Ware!“ Das Bündnis hatte unter dem Oberthema „Mietenwahnsinn stoppen“ zu einer Veranstaltung mit vier Workshops eingeladen, 75 Interessierte kamen.

„Mit so vielen Teilnehmern haben wir gar nicht gerechnet“, erklärte Bündnis-Mitorganisator Johannes Dörrenbächer. Zudem seien einige auch im Auftrag von Verbänden, Institutionen und Organisationen gekommen, werden also als Multiplikatoren für das Thema fungieren: Gewerkschafter, Vertreter von Wohlfahrtsverbänden und aus der Politik waren dabei. Veranstaltungs-Moderator Pater Wolfgang Sieffert nahm kein Blatt vor den Mund, als es darum ging, dass auch Immobilienkonzerne im Besitz oder Mit-Besitz der katholischen Kirche negativ auffallen: durch Luxussanierungen von Mietwohnungen, deutliche Mieterhöhungen, Entmietungen oder harschen Umgang mit Mietern.

„Dann ist die Kirche nicht mehr mein Nest. Mein Nest ist nicht die Kirche, die auf Kosten kleiner und normaler Leute Renditeoptimierung betreibt“, so Pater Wolfgang. „Aktuell kommt ja noch die Frage hinzu, um wie viel sich Wohnen verteuert bei den steigenden Energiekosten. Da kann kein neuer Tarifvertrag mithalten.“

In den vier Workshops ging es um dieses Thema und viele weitere: die stetig sinkende Zahl an Sozialwohnungen, die stetig steigenden Mieten, hochpreisige Neubauten, Zweckentfremdungen oder die politischen Rahmenbedingungen. Aufgezeigt wurden konkret zum Beispiel auch die Möglichkeiten von Mieterprotesten und von rechtlichen Schritten.

Aufgezeigt wurde auch am Beispiel der beliebten Stadtteile Bilk und Unterbilk, wie Wohnentwicklungen durch Investoren einen Stadtteil verändern können und wie durch Immobilienspekulationen Preise explodieren. Pater Wolfgang sagte: „Wir müssen Druck entfalten und organisieren, weil sonst keine Veränderungen passieren.“

Johannes Dörrenbächer zeigte sich anschließend zufrieden mit den Eindrücken von der Veranstaltung. „Die Bereitschaft, sich mit uns gegen die Machenschaften einiger großen Wohnungsgesellschaften und auch privater Immobilienspekulationen zu wehren, ist da. Es gibt auch das Bedürfnis, sich politisch zu engagieren, und Forderungen, die Rahmenbedingungen für das Immobilienwesen zu ändern, in die Kommunal- und Landespolitik hineinzutragen“, sagte Dörrenbächer.