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Immobilienpreise in Krefeld

Ein gebrauchtes Eigenheim kostet elf Jahreseinkommen

Die Pandemie hat zeigt, dass vor allem junge Familien einen größeren Platzbedarf haben. Die Immobilienpreise in Krefeld liegen über dem NRW-Schnitt. Was Häuser und Eigentumswohungen kosten.

In der Pandemie waren Menschen, die ein Haus mit Garten hatten oder wenigstens eine geräumige Wohnung mit Balkon, im Vorteil. Und viele haben gemerkt, dass sie mehr Platz brauchen. Die Nachfrage nach Immobilien steigt. Wer in Krefeld ein gebrauchtes Eigenheim erwerben möchte, müsste dafür mehr als elf Jahre lang sein gesamtes Einkommen ansparen. Das zeigt der Immobilienpreisspiegel der LBS.

Im vergangenen Jahr lag der Preis bei durchschnittlich 545.450 Euro. „Das entspricht 11,2 ortsüblichen Jahresnettoeinkommen eines Haushalts“, hat LBS-Gebietsleiter Niko Neumann auf der Grundlage der empirica Preisdatenbank berechnet. Damit ist der Markt stabil, im Jahr 2020 lag der Durchschnitts-Kaufpreis um 550 Euro höher.

Günstiger wird es, wenn es um Reihen- und Doppelhäuser geht. Gebrauchte Objekte liegen da im Schnitt bei 397.810 Euro. Die Belastung der Käufer entspricht etwa 8,2 Jahreseinkommen.

In Krefeld sind die Preise über dem Landesschnitt. Zum Vergleich: In Nordrhein-Westfalen lag der Preis im vergangenen Jahr bei 408.000 Euro (Eigenheim) oder 7,8 Jahreseinkommen; für Reihen- und Doppelhäuser bei 360.000 Euro (6,9 Jahreseinkommen). An der Spitze liegt die Region Köln-Bonn-Düsseldorf, die laut der Erhebung bei den Eigenheimen 571.500 Euro oder den Reihenhäusern 509.000 veranschlagen, was Jahreseinkommen von 10,9 beziehungsweise 9,7 entspricht. Getoppt wird es noch von Meerbusch, wo gebrauchte Häuser im Schnitt 1,22 Millionen Euro kosten, was knapp 20 ortsüblichen Jahreseinkommen entspricht. Kempen liegt mit fast 630.000 Euro etwas höher, Duisburg und Moers sind in etwa gleichauf mit Krefeld, nur Willich liegt günstiger mit 450.000 Euro, was 7,9 Jahreseinkommen ausmacht.

„Eigentumswohnungen aus zweiter Hand lagen in Krefeld im vergangenen Jahr bei 2.254 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Der Durchschnittspreis für eine komplette Wohnung betrug 157.750 Euro, was 3,2 Jahreseinkommen entspricht“, heißt es im LBS-Bericht. Auch da ist die Region Köln-Bonn-Düsseldorf landesweit Spitze mit einem Quadratmeterpreis von 4255 Euro; in NRW ist der Schnitt bei 2525 Euro.

Vor rund zehn Jahren konnten Bürger in Krefeld noch für 8,1 Haushaltseinkommen ein gebrauchtes Eigenheim kaufen. Die niedrigen Finanzierungszinsen können den Preisanstieg nur teilweise auffangen. LBS-Gebietsleiter Niko Neumann sagt: „Umso mehr brauchen wir eine verlässliche Wohneigentums-Förderung, damit auch die nächste Generation die Chance auf die eigenen vier Wände hat.“

Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden ist in der Corona-Zeit gestiegen. Denn die Lockdowns und vermehrtes Homeoffice haben gezeigt, dass vor allem junge Familien mehr Platz brauchen. „Zum anderen ist die selbstgenutzte Immobilie auch ein wesentlicher Rentenbaustein, der im Schnitt 600 Euro Mietentlastung bringt“, sagt der Immobilienexperte.