Kostenrechnung eines Paares 
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Kostenrechnung eines Paares

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Tipps für Immobilien-Käufer: Das sind die Kostenfallen beim Hauskauf

Grunderwerbsteuer, Makler- und Notargebühren haben die meisten im Blick. Doch es gibt noch weitere Kosten, die man beim Kauf einer Immobilie berücksichtigen sollte. Wir schaffen Übersicht und geben Tipps.

Von Georg Winters

Düsseldorf Wenn man beim Hausbau oder Immobilienkauf von den gern vergessenen Kosten redet, dann geht es in der Regel um die anfallenden Nebenkosten. Sechseinhalb Prozent Grunderwerbsteuer sind beispielsweise in Nordrhein-Westfalen fällig, dazu kommen vielfach rund dreieinhalb Prozent an Maklergebühren und noch einmal etwa zwei Prozent, die man für Notar- und Gerichtskosten ansetzen kann. Macht rund zwölf Prozent vom Kaufpreis und damit einen nicht zu verachtenden fünfstelligen Betrag, den der Käufer zusätzlich aufbringen muss.

Diese Nebenkosten geraten beim Immobilienkauf zwar leicht aus dem Blickfeld, aber die wirklich versteckten Aufwendungen liegen für den Käufer woanders. Eine Übersicht:

Renovierung Wer eine gebrauchte Immobilie kauft, muss je nach Zustand des Hauses oder der Wohnung womöglich umfangreich renovieren und/oder sanieren. Mit der Kostenschätzung kann man einen Gutachter beauftragen, doch die Erfahrung lehrt, dass die tatsächlichen Aufwendungen meist darüber liegen. Wer renovieren und sanieren muss, sollte dafür also genug Geld, Zeit und Eigenleistung einkalkulieren. Nicht vergessen: Wer aus einer Mietwohnung kommt, muss beim Auszug auch diese womöglich renovieren.

Zinsen Wer ein Haus neu baut, muss mindestens ein Jahr für dessen Fertigstellung einkalkulieren - in der aktuellen Lage, in der Baustoffe knapp und teuer sind, womöglich noch deutlich länger. Für den Kredit, den man vor Baubeginn abgeschlossen hat, werden dann aber schon Zinsen fällig. Beispiel: Wer ein Prozent Zinsen auf ein 240.000-Euro-­Darlehen zahlt, muss pro Monat 200 Euro für Zinsen aufbringen - zusätzlich beispielsweise zur monatlichen Miete. Auch diese Doppelbelastung kann Haushalte finanziell durchaus in Bedrängnis bringen.

Umzug Wer den Umzug nicht selbst mit Hilfe von Verwandten und Freunden über die Bühne bringen kann, muss ein Umzugsunternehmen engagieren. Je nachdem, wie groß die Entfernung zwischen dem alten und dem neuen Wohnort ist, kann dies durchaus einen vierstelligen Betrag kosten. Und neue Möbel könnten ebenfalls fällig werden. Paradebeispiel ist die Einbauküche, die nur selten in die neuen vier Wände passt und deshalb oft ausgetauscht werden muss. Aber auch die Anschaffung anderer Möbel kann nötig werden.

Mobilität Die Stadtflucht vieler Bürger in den vergangenen Monaten zeigt: In den Ballungszentren ist das Wohnen für viele zu teuer, das Leben auf dem Land damit attraktiver geworden. Aber: Eine Familie, die in der Stadt bisher nur ein Auto benötigte, weil ein Elternteil und womöglich auch die Kinder mit Bus und Bahn zur Arbeit oder in die Schule fahren konnten, benötigt nun womöglich einen Zweitwagen. Auch das kostet allein für Versicherung, Steuer und Instandhaltung einige Hundert Euro pro Jahr. Die Benzinkosten kommen noch obendrauf.

Instandhaltung, Betrieb, Abgaben Mit dem Kaufpreis, den Steuern und den Gebühren sowie der Kredit­tilgung bei der Bank oder Sparkasse ist es nicht getan: Bauherren und Käufer sollten auch die laufenden Kosten im Blick haben. Und die sind für Eigentümer höher als für Mieter. Mehr Räume verlangen mehr Geld für Strom und Heizung, dazu kommen weiterhin Wasser- und Abwassergebühren, ein Heizungskessel muss irgendwann womöglich ausgetauscht oder das Dach neu gedeckt werden. Und dann sind da ja auch noch die Grundsteuer, die Gebäudeversicherung (in Zeiten wie diesen am besten mit zusätzlichem Elementarschadenschutz), die Müllgebühr - und, und, und.

Rücklagen Generell geben Experten potenziellen Immobilienerwerbern den Tipp, dass sie wenigstens mehrere Monatsgehälter für andere Ausgaben reservieren und nicht als Eigenkapital in die Finanzierung einrechnen sollen. Experten raten zudem, für laufende Kosten bis zu vier Euro pro Quadratmeter und Monat zurückzulegen. Das wären also auf jeden Fall mehrere Hundert Euro. Dazu kommt eine Rücklage für mögliche Instandhaltungsaufwendungen (mindestens ein Euro pro Quadratmeter). Das wären bei 120 Quadratmeter Wohnfläche also schon mal 600 Euro zusätzlich, in denen andererseits beispielsweise Aufwendungen für Strom schon enthalten wären. Die werden bei Mietern in aller Regel nämlich gesondert fällig.