Luftaufnahme Wohngebiet 
- © Shutterstock

Luftaufnahme Wohngebiet

| © Shutterstock
Immobilienserie Bauen-Kaufen-Wohnen

Der Weg zum eigenen Haus

Auch wenn der Zins steigt: Der Bau oder der Kauf einer Immobilie bleibt attraktiv. In unseren Themenwochen werden wir deshalb die verschiedenen Aspekte von Bauen, Kaufen und Wohnen aus vielen Blickwinkeln betrachten.

Betongold“ zahlt sich immer noch aus: In den vergangenen Jahren haben Immobilien eine enorme Wertsteigerung hingelegt und sich als sichere Anlage erwiesen. Auch im Kreis Kleve. Bauen oder Kaufen eines Hauses bleibt also attraktiv – nicht nur als die „eigenen vier Wände“, sondern auch mit Blick auf eine sichere Anlage und mietfreies Wohnen in der Rente. Im Kreis Kleve haben sich die Kosten für Immobilien im vergangenen Jahr stabilisiert. „Die Preise für erschlossenes Bauland liegen zwischen 160 und 300 Euro pro Quadratmeter“, heißt es im gerade veröffentlichten Markt für Wohnimmobilien 2022 von LBS und Empirica.

Ein neu gebautes Reihenhaus kostet je nach Ausstattung und Lage im Kreis Kleve zwischen 210.000 und 320.000 Euro. Eine neue Eigentumswohnung mit 80 Quadratmetern liegt in Kleve bei durchschnittlich 256.000 Euro. Die Quadratmeterbaupreise variieren zwischen 2500 und 3500 Euro. Das sind natürlich Durchschnittswerte, die mit dem jeweiligen Angebot vor Ort abgestimmt werden müssen und in attraktiven Lagen auch deutlich darüber liegen können.

Da Bauland knapp ist, weichen junge Familien auf die gebrauchte Immobilie aus: „Jung kauft alt“ ist das Motto. Dass dieses Motto keine Worthülse ist, zeigen die Immobilienberater der Volksbanken und Sparkassen: Mehr als 90 Prozent der Bau-Finanzierungen der beiden örtlichen Kreditinstitute gehen in den Kauf und die Sanierung von Altbauten. Auch die Gutachten, die der Kreis und die Stadt Kleve haben erstellen lassen, verweisen auf dieses Reservoir, aus dem heraus nach und nach die Häuser auf den Markt kommen.

Mit Verweis auf „Jung kauft alt“, heißt es aber auch, dass die Kommunen genau prüfen müssen, ob sie Bauland für Einfamilienhäuser ausweisen und damit langfristig möglicherweise Leerstand erzeugen oder aber auf den Mietwohnungsbau setzen können. Auch das ist in den Kommunen des Kreises unterschiedlich: Während in Kleve vor allem Mietwohnungen entstehen sollen (der Mangel ist hier offenbar), werden in Geldern großflächig auch Neubaugebiete für Einfamilienhäuser ausgewiesen.

Unsere Redaktion wird sich in einer Themen-Woche mit der Frage nach den eigenen vier Wänden befassen. Denn die sind weiter attraktiv, als Einzelhaus, als Doppelhaus oder als Reihenhaus. Wir wollen schauen, wer mit Rat und Tat den Suchenden zur Seite steht, wo es Bauland gibt, schauen auch in das eine oder andere Haus und begleiten ein Paar auf der Suche nach einem Haus am Niederrhein.

Auch wenn die Preise und die Zinsen steigen: Käufer und Bauherren gehen laut LBS-Immobilienbarometer 2022 sehr flexibel damit um. Jeweils zwei Drittel suchen eine einfachere und kleinere Immobilie (66 Prozent) und wollen mehr Eigenleistung einbringen (69 Prozent). Sogar 87 Prozent können sich vorstellen, in eine günstigere Region auszuweichen, begünstigt durch den steigenden Homeoffice-Anteil. Das hält auch auf der anderen Seite in diesen Regionen, und dazu gehört der Kreis Kleve, die Preise stabil. Und wer in Kleve keinen Bauplatz mehr findet, weicht nach Kranenburg, Bedburg-Hau, Weeze aus. Raum ist da.

Allerdings erwägen mittlerweile 51 Prozent der Interessenten auch einen Aufschub ihres Vorhabens, hat die LBS erfahren. LBS-Gebietsleiter André Rodieck: „Gut die Hälfte will mehr Eigenkapital ansparen und hofft zudem auf einen Zuschuss der Eltern, zum Beispiel in Form eines vorgezogenen Erbes. Außerdem verzeichnen wir ein mit den Zinsen deutlich steigendes Interesse am Bausparen, um die Finanzierung vor künftigen Belastungssprüngen abzusichern“.

Das sehen hingegen Baufinanzierer der örtlichen Volksbanken und Sparkassen differenzierter. Sie raten, bei Bauvorhaben oder der Suche nach dem Haus die Kosten zu optimieren, vielleicht auf den Keller zu verzichten oder letztlich kleiner zu bauen. Man müsse das Zeitfenster nutzen, sagten sie jüngst im Gespräch mit unserer Redaktion. Denn obwohl sie gestiegen sind, sind die Zinsen immer noch extrem günstig. Und das Zeitfenster, in denen man für die Kinder das Haus wirklich brauche, sei eben auch nur begrenzt. Ebenso verwiesen die Baufinanzierer darauf, dass Banken auch so genannte 100-Prozent-Finanzierungen ermöglichen, wenn die Bonität stimmt.

Letztlich ist die Suche nach Baugrund ungebrochen. 300 bis 400 Anfragen zu Baugrundstücken hat beispielsweise der Kämmerer der Stadt Kleve vorliegen. Von Menschen, die günstiges Bauland von der Stadt suchen . . .