Schutz bei Extremwetter
Noch immer ist jede zweite Immobilie nicht gegen Extremwetterschäden versichert. Dabei lassen sich selbst Gebäude, die in der höchsten Gefährdungsklasse liegen, zu überschaubaren Preisen im Verhältnis zum Wert einer Immobilie versichern. Hausbesitzer sollten zügig handeln.
Erinnern Sie sich noch? Am 18. Juni 2024 blieben gleich drei Fanzonen in Düsseldorf beim Public Viewing der Fußball-EM wegen Unwetterwarnungen geschlossen: Mit 42 Litern je Quadratmeter war es der regenreichste Tag des Jahres. Die zerstörerische Kraft von Wasser ist allen von der Ahrtal-Flut bekannt: Schäden in Höhe von 32,9 Milliarden Euro, nur neun Milliarden Euro waren per Elementarversicherung abgedeckt. Aber: Noch immer ist jede zweite Immobilie nicht gegen Extremwetterschäden versichert. Dabei lassen sich selbst Gebäude, die in der höchsten Gefährdungsklasse liegen, zu überschaubaren Preisen im Verhältnis zum Wert einer Immobilie versichern. Bei einem Neubau lassen sich Schutzmaßnahmen wie eine Höherlegung des Gebäudes oder ein wasserrobuster Sockel direkt einplanen. In Bestandsbauten kann eine Nachrüstung helfen, zum Beispiel mit drucksicheren Fenstern und Türen oder einer Rückstau- sicherung. Keller können durch wasserdichte Stahlbetonkonstruktionen oder Bitumenschichten um das Fundament und den Sockel herum abgedichtet werden. Senken helfen als Versickerungsmöglichkeit auf dem Grundstück. Auch wenn es im ersten Moment verrückt klingt, kann eine gezielte Flutung von Kellerräumen die Standsicherheit des Gebäudes bewahren und schlimmere Schäden verhindern.
Wie gefährdet die eigene Immobilie ist, kann jeder online mit dem Hochwasser-Check der Versicherer ermitteln: www.dieversicherer.de/versicherer/wohnen/hochwassercheck.
Olaf Bläser
Der Autor ist Vorstandsvorsitzender der ERGO Versicherung AG.