Miethöhe mit Augenmaß
Beim Thema Mieterhöhungen sind Fairness und Transparenz gefragt. Nur wenn der Vermieter marktkonform handelt und ehrlich kommuniziert, können sich beide Seiten einigen.
Vermieter müssen sich bei Mieterhöhungen an gesetzliche Regeln halten. Dabei gibt es genügend Vermieter, die seit vielen Jahren keine Mieterhöhungen durchgeführt haben und bei denen die Mieten deutlich unter dem Mietspiegel liegen. Meist sind es Privatleute mit einer vermieteten Wohnung oder einem kleinen Mehrfamilienhaus, welches als Altersvorsorge gedacht ist. Als Grund für die sehr fairen Mieten wird dann meistens angegeben, dass die monatlichen Mieteinnahmen auskömmlich sind und man die Mieter nicht überstrapazieren oder ihnen vor den Kopf stoßen möchte. Das ist natürlich sehr lobenswert. Es gibt sie also noch: Vermieter, die nicht jeden Cent einer möglichen Mieterhöhung durchsetzen. Die sich Gedanken um ihre Mieter und deren Umstände machen. Darüber wird zu wenig gesprochen oder geschrieben. Leider.
Allerdings kommt für den Vermieter dann das böse Erwachen, wenn die Wohnung oder das Haus verkauft werden soll, weil das Geld für die geplante Altersversorgung benötigt wird. Da der Verkaufspreis sich üblicherweise nach dem Ertragswert, also den aktuellen und zeitnah umsetzbaren Mieten richtet, bedeuten Mieten deutlich unter der ortsüblichen Miete auch einen deutlich niedrigeren Verkaufspreis. Wenn man das bewusst als Vermieter in Kauf nimmt, ist ja alles in Ordnung. Ansonsten sollten Vermieter ihre Mieten mit Augenmaß regelmäßig anpassen. Zwischen ganz billig und ganz teuer gibt es die berühmte goldene Mitte. Fairness sollte immer für beide Seiten gelten.
Marcus Krüll
Der Autor ist Geschäftsführer der Assvor GmbH.